Der Nordostwetter.de - Jahresrückblick 2010
 - viel Schnee, wenig Gewitterglück

30.12. - und wieder ist ein Jahr vergangen - und damit wird es wieder Zeit,
ein Resumee zu ziehen auf ein Wetterjahr, welches, aus Sicht eines Mobbymets betrachtet,
"Freud' und Leid" brachte!
2010 zeigte sich mit strengen Wintermonaten, einer durchaus spärlichen Gewittersaison
und einer Differenz von kältester zu wärmster Temperatur, die nur knapp die 60er-Marke
verfehlte.
Der kalte, schneereiche Januar und auch Februar oder der Juli mit seinen Megahitzetagen
kurz vor Monatsmitte sind einige der nennenswerten Momente des Jahres, doch zuerst
wird das Jahr 2010 zunächste erst einmal statistisch unter die Lupe genommen!

2010 endete mit einer kompletten Durchschnittstemperatur von 8,34°C.
Gegenüber dem Mittel ist also für die Gegend hier kaum eine Abweichung zu verzeichnen,
minimal niedriger, wenn auch nicht signifikant, dennoch bemerkenswert, endeten doch fast alle Vorjahre im Schnitt
zu warm und unterstützten nahezu perfekt die These der globalen Erwärmung.
Natürlich sei zu erwähnen, daß es sich ja hier nur um Deutschland, eher Berlin handelt,
als jetzt auf den globalen Prozeß einzugehen.
Die am stärksten signifikant abweichenden Monate in Richtung negativ waren die
Grenzmonate Januar und Dezember, welche mit etwa 5°C zu kalt ausfielen, in anderer Richtung
fiel der Juli um knapp 5°C zu warm aus, letzendlich sei den beiden Außenmonaten der etwas zu
kühle Gesamtschnitt "anzulasten"!

Die gesamte Sonnenscheindauer in 2010 beträgt zusammengerechnet 1.630 Stunden.
Bei einem normalen Schnitt von knapp 1.800 scheint es fast verwunderlich, daß es hier
zu einer leicht negativen Abweichung kommt, sind doch die Sommermonate Juni und Juli zu
sonnig gewesen, aber die Mehrzahl der Monate waren unter dem Normalschnitt geblieben.

Fast könnte man annehmen, daß es, wenn die Sonne etwas zu wenig schien, auch zu feucht
gewesen ist, der Normalschnitt liegt bei 681 mm Niederschlag in Berlin.
Tatsache aber wurde eine leichte Negativabweichung festgestellt, nämlich 608 Liter / qm
summierten sich über das ganze Jahr.
Der trockenste Monat war mit wirklich nicht einen Regentropfen der Juni, der nasseste
der September, knapp dahinter der Vorgängermonat August, was also einen dürren Frühsommer
und einen verregneten Spätsommer bedeutet.
4 deutlich zu trockene und 4 zu nasse Monate sowie 4 monate, die unsignifikant abwichen,
sind das Endresultat, 608 statt 681, also eine Defizit von knapp 11% sind nichts besonderes.

Tage mit konvektiv höher aktiven Ereignissen ( Gewitter ) sind deutlich weniger aufgetreten,
als es der Normalfall ist.
Durchschnittlich gibt es im Berliner Raum 18 Gewittertage in einem Jahr, 2010 schaffte jedoch
nur knapp über die Hälfte, nämlich 10 Tage mit Gewittern!
In der typischen Gewittersaison ( Mai-August ) gab es davon 7 Tage,
im Juni davon aber nicht einen!
Die folgende Tabelle zeigt alle Monate noch einmal:


Das Jahr - chronologisch kurz übersprungen:

Kurz vor Silverster 09/10 gab es über Deutschland eine markante
Luftmassengrenzlage, wobei der Berliner Raum auf der kalten Seite verblieb
und es vom 30.12.09 bis zum Neujahrstag ergiebig schneite.
Es sollte der Beginn sein einer Schneedecke, die sich geschlossen 58!!! Tage
halten sollte, also erst starkes Tauwetter Ende Februar setzte der
Schneedecke ein Ende.
Die ersten Januartage verliefen teils sehr kalt, auf alle Fälle gab es Dauerfrost,
bevor am 09.01. das "Medienspektakel" Daisy eintraf und Schneenachschub für Berlin bescherte,
ohne aber die Chaostage oder sonst dergleichen auszulösen, hatten doch diverse
Presseanbieter schon geraten, sich mit Vorräten einzudecken, obwohl im Nordosten es einige
besser getan hätten, aber das ist ein anderes Thema.
Immer wieder gab es mal mehr mal weniger starke Schneefälle, die kälteste Nacht gab einen
Wert von -19,2°C zum Besten.
Ende Januar gab es mal 2 Tage mit knapp über 0°C, aber sonst gab es fast nur reine Eistage.
Der Februar schloss sich zunächst dem Januar an, Hochwinter, zugefrorene Seen, Schnee satt
regierten Deutschland.
Doch dann kam das recht schnelle KO. für den Winter, plötzliche 8°C und Regen
ab dem 24.-25. herum ließen die Schneedecke rasch dahinschmelzen, große Räumhaufen
hielten sich aber "tapfer" bis Ende März.
Die ersten Märztage kamen schon erste Frühlingsgefühle auf, ehe am 14.03. der Winter kurz
noch einmal zuschlug
, Temperatursturz und Schneefall erinnerten nochmal an den strengen
vorausgegangenen Winter, doch danach gab es keinen weiteren Wintereinbruch mehr.
Stattdessen gab es am 26.03.2010 den ersten Gewittertag, welcher insbesondere nach Südosten
Berlins zu bemerken war.
Der April, der zu trocken ausfiel, bot 2 schöne Schauertage, aber auch der 16.04. ist in
Deutschland als Erinnerung geblieben, als durch den Ausbruch des isländischen Vulkans
"Eyjafjallajökull" die Atmosphäre über Deutschland von der Aschewolke überzogen wurde,
und so gab es verfärbte Sonnenuntergänge zu sehen,
hier im Berliner Raum aber nicht allzu deutlich ausfallend.
Der Mai ist wesentlich feuchter ausgefallen, aber besonders spannend sieht anders aus,
am 23.5. und tags darauf gab es Gewittertätigkeit, ansonsten passierte nicht viel.
In der Monatsmitte regnete es viel, doch besonders ist sowas nicht.
Da ist der Juni schon krasser auffallend, nicht einen Regentropfen sah ich im Juni 2010,
eine Serie von sage und schreibe 35 trockenen Tagen kam so zusammen.
Sie ging vom 30.05. bis einschließlich 04.07.!
Ein Nachtgewitter in aller Früh des 05.07. war der erste Regen nach dieser Dürrezeit,
es folgten extrem warme und heiße Tage, die heißesten waren der 11.07. und der Tag darauf,
es wurde ein Höchstwert von 39,1°C erreicht!
2 interessante Gewittertage waren am 12.07. und am 17.07. zubeobachten.
Die Monate August und September brachten zusammen über 200 l / qm an Regen, ein Balsam
für die zuvor dürregeschundene Natur.
Es gab desöfteren schöne Schauerstimmungen, aber auch zeigte der Oktober seine
herbstlich kalte Schulter, wiederum auch gab es schöne goldene Oktobertage.
Der November wartet mit einer Extreme am 14.11. auf, dieser Tag bescherte wirklich
T-Shirt-Wetter mit einer Temperatur von 18,2°C.
Doch dann waren allmählich unwiderruflich die Weichen auf Winter gestellt!
Schritt für Schritt ging die Temperatur zurück, und gab es Ende November erst nassen
Schneeregen, brach pünktlich zu Beginn des meteorologischen Winters am 01.12.
der Winter mit all seinen Facetten
herein!
Kalte -10°C, schneidender Ostwind, und erste 12 cm Schnee ließen einem kaum
richtige "Eingewöhnungzzeit"!
Extrem hochwinterlich setzte sich der Dezember fort, nur kurz gab es Minitauwetterphasen,
doch betrug die Schneedecke am 28.12. satte 40 cm, in Ostbrandenburg sogar bis zu 60!
Der Start war hochwinterlich und so ging 2010 auch zuende, das folgende Video läßt das gesamte
Jahr noch einmal Revue passieren.

Damit endet hier auch der Rückblick auf 2010, den Lesern sei für ihr Interesse gedankt und auf
ein spannendes Wetterjahr 2011 hoffend, allen Lesern ein gesundes
Jahr 2011!:-)